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MASTERCLASSES
Donnerstag 1.10.2026 9-13 Uhr
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Akira Ikemi ist ein Urgestein der PZA- und Focusing-Community. Sowohl Psychologe als auch Philosoph, langjähriger Wegbegleiter Gendlins, ist er maßgeblich daran beteiligt, dass der humanistische Ansatz im Japan so starke Verbreitung fand. Unter seinen unzähligen kreativen Entwicklungen sei hier eine herausgegriffen, die Ikemi auch in seiner Masterclass thematisieren wird: Die Unterscheidung von Focusing alpha und Focusing beta. Ersteres meint den in jeder Psychotherapie zentralen inneren Erlebensschritt, auf dem Persönlichkeitsveränderung basiert; letzteres bezeichnet Focusing als Methode. Gendlin selbst hat schon 1990 auf eine Frage von Barbara Brodley, die u. a. mit ihrem Artikel „Client-centered and experiencial: Two different therapies“1 viel zum unrühmlichen Gegeneinander von Gendlin- und Rogers-Anhängern beigetragen hat, mit dieser Unterscheidung geantwortet: „Now the trouble that you are having is not about that process. It is about me teaching that process.“2 Insofern passt Akira Ikemi wunderbar in diesen Kongress, in dem wir diese unsägliche „Gendlin gegen Rogers-Diskussionen“ endgültig hinter uns lassen und vielmehr das riesige Potential der Verbindung der beiden weiter entfalten wollen.
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Jan Winhall ist eine im deutschsprachigen Raum noch viel zu wenig bekannte, auf Trauma und Sucht spezialisierte Psychotherapeutin, die sich vor allem mit dem von ihr entwickelten „Felt Sense Polyvagal Model“ international einen Namen gemacht hat. Die von Stephen Porges begründete Polyvagal-Theorie3 ist zwar wissenschaftlich umstritten, hat aber im Psycho-Bereich (zum Beispiel durch Vertreterinnen wie der Therapeutin Deb Dana4) in den letzten Jahren einen unglaublichen Hype erlebt. Das Poly- im Namen weist vereinfacht gesagt auf die Entdeckung eines dritten Nervensystem-Zustandes neben den bekannten Sympathikus und Parasympathikus hin: Der ventrale Vagus-Ast, der als Zustand des „social engagement“ bezeichnet wird, in dem Menschen offen und bereit für innere und äußere Beziehungen sind – genau das, was wir im Kongress anstreben. Jan Winhall wird die dazu nötigen Bedingungen präsentieren und wie Focusing dabei eine zentrale Funktion einnehmen kann.
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Leslie Ellis verkörpert einen weiteren Schwerpunkt in E. T. Gendlins Arbeit: Die Beschäftigung mit Träumen, die sie in ihrer über 25jährigen klinischen Praxis weiterentwickelt hat. Besonders spannend wird die Einführung in den von ihr kreierten kollektiven Traum-Gruppenprozess namens „Dreamweaving“.
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Heinke Deloch hat im deutschsprachigen Raum mit dem sogenannten Erlebensbezogenen Concept-Coaching (ECC) ein großartiges Netzwerk mitbegründet und deckt damit einen weiteren zentralen Nachlass von Eugene Gendlin ab, nämlich die Methode „Thinking at the Edge“ (TAE). Mit diesem Zugang zum impliziten körperlichen Bedeutungserleben soll eine zentrale Perspektive des Kongresses beleuchtet werden: Das „outwards“, also der Blick über den psychotherapeutischen Tellerrand hinaus, auf die Krisen und Disruptionen unserer Zeit, mit denen wir gesellschaftlich gerade konfrontiert sind.
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Mit Lynn Preston konnte eine zentrale Gestalt der internationalen Focusing-Szene für den Kongress gewonnen werden, die schon immer jenes Thema ins Zentrum ihrer Arbeit gestellt hat, das auch den Kern dieser vier Tage Kongress ausmachen wird: Sie nennt es „two interwoven miracles“ und meint damit verkörperte Introspektion (Kontakt mit der eigenen Erfahrung) und therapeutische Verbundenheit (Kontakt zu anderen). Und aktuell – es könnte nicht besser zu unserer Veranstaltung passen – beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Focusing in Gruppen unser aller Leben in gesellschaftlichen Kontexten unterstützen kann und hat dafür ein Programm namens FORCE entwickelt: Focusing-Oriented Relational Community Empowerment.
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Als wären all diese herausragenden Persönlichkeiten nicht genug, gibt es eine Reihe weiterer namhafter Speaker, die bereits fix zugesagt oder zumindest angefragt sind: Allen voran natürlich die österreichische „Grand Dame“ des Focusing, Lore Korbei, die nicht nur an der Organisation des Kongresses federführend beteiligt ist, sondern unter dem Titel „Brush up your Focusing“ auch ihren immensen Wissensschatz mit uns teilen wird, frei nach Karl Valentin: „Heute besuche ich mich, hoffentlich bin ich zuhause“.
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1 Brodley, B. T. (1990). Client-centered and experiential: Two different therapies. In G. Lietaer, J. Rombauts, & R. Van Balen (Eds.), Client-centered and experiential psychotherapy in the nineties (pp. 87–107). Leuven University Press
2 Gendlin, E.T. (1990). The small steps of the therapy process: How they come and how to help them come. In G. Lietaer, J. Rombauts & R. Van Balen (Eds.), Client-centered and experiential psychotherapy in the nineties, pp. 205-224. Leuven: Leuven University Press. From https://www.focusing.org/gendlin/docs/gol_2110.html
3 Porges, St. W. (2026). Die Polyvagal-Theorie und die Suche nach Sicherheit Traumabehandlung, soziales Engagement und Bindung. Probst-Verlag
4 Dana, D. (2022): Der Vagus-Nerv als innerer Anker. Angst und Panik überwinden, Ruhe und Stärke finden. Kösel-Verlag
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